Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Feuer im Bett

Nein, nicht was du jetzt denkst, es geht um – Spannbettlaken. :)

Bei so mancher Übersetzung von Wasch- oder Gebrauchsanweisungen kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.

„vom Feuer entfernen“ steht auf dem Zettelchen, das am Spannbettlaken hängt. Ja, wie jetzt? Heißt das, das Spannbettlaken hat eine Affinität zu Feuer und krabbelt gelegentlich freiwillig in die Nähe, in der Hoffnung, abgefackelt – äh ich meine gewärmt zu werden? Das schaffen doch nicht einmal alle Menschen, also das mit dem Wärmen, meine ich. Mal ehrlich, will ich ein Spannbettlaken im Bett haben, das selbstständig denken und handeln kann? Nicht wirklich. :D

Die spanische Übersetzung ist da zwar schon logischer: „Mantener lejos del fuego. (Vom Feuer fernhalten)“. Die Aussage an sich ist aber doch bedenklich. Immerhin hat Bettwäsche in der Nähe von Feuer nichts zu suchen, oder hat vielleicht noch jemand ein offenes Feuer im Schlafzimmer? :)

Es gibt sicher Länder, in denen das noch der Fall ist, aber die haben dann ganz bestimmt keine Spannbettlaken.

Schon irre, was man manchmal so alles zu lesen bekommt, wenn man genauer hinschaut. Die jeweilige Groß- und Kleinschreibung entspricht übrigens dem Original.

Ich dachte, ich wäre taub

Du denkst, du hast viel gesehen, viel erlebt, weißt viel.

Und dann sagt ein Arzt zu dir: „MRT“ und du wünschst dir am Ende, nie herrausgefunden zu haben, was das bedeutet, denn das Wort „mörderisch“ kommt ganz bestimmt darin vor.

13.00 Uhr, Wartezimmer. Ich fühle mich wie ein Schaf, das seinen eigenen Weg zur Schlachtbank unterschreibt. Eine Beruhigungsspritze haben sie mir versprochen, klar. Die mehrere Zeilen langen Beschreibungen der eventuellen Nebenwirkungen der Spritze beruhigen jedenfalls nicht gerade. Ich fange an zu überlegen, ob das vielleicht auch ohne geht.

Schließlich, nach fast einer Dreiviertelstunde Wartezeit, betrete ich den Raum, in dem dieses ominöse Gerät steht. Mich beschleicht das Gefühl, dass ich vielleicht doch zu mutig war, als ich vor wenigen Minuten sagte, ich würde es erst einmal ohne Spritze versuchen. Ich lege mich auf die Liege und schaue auf die über mir aufragende Röhre. Dann geht alles ganz schnell: Kanüle rein in den Arm, ich bekomme Kopfhörer als Lärmschutz, einen komischen Kasten auf den Kopf und schon werde ich in die Röhre gefahren. So weit, so gut.

Und dann geht der Krach los. Hat man nicht gerade was von Lärmschutz gesagt? Ääähm… ich bin ohne Hörgerät fast taub, aber von Lärmschutz merk ich nicht viel. Hach, was waren die Flugzeugmotoren der 747 früher doch leise dagegen! Die versprochene Musik tönt nur ganz leise wie aus weiter Ferne an mein Ohr. Dabei wollte ich versuchen, die Zeit zum Schlafen zu nutzen!

Plötzlich wird mir klar, dass ich gerade unter einem Riesenmagneten liege. Moment! Halt! Was ist, wenn bei diversen OPs irgendwas in meinem Körper vergessen wurde?? Schere, Skalpell, Teelöffel … man weiß ja nie … Mir wurde sicher vorher nicht ohne Grund gesagt, würde ich das Hörgerät nicht herausnehmen, würde das an der Decke kleben. Mir wird ganz komisch zumute, so etwas Ähnliches wie leichte Panik macht sich breit. Ganz ruhig bleiben, schön weiterträumen, gut so!

Wie stark der Magnet wirklich ist, will ich, glaube ich, gar nicht wissen. Genauso wenig wie ich wissen will, wie lange diese „Kontrastflüssigkeit“ in meinem Körper bleibt. Bin ich jetzt ein wandelndes leuchtendes Röntgenskelett?

Der Krach wird immer schlimmer. Ich fühle mich ausgeliefert. Oh, jetzt gibts auch noch einne Rückenmassage gratis dazu. Na immerhin! DAS nenn ich mal beruhigend! Wie lange ich hier wohl schon liege? Nach gefühlten 10 Minuten schließlich ist es endlich still. Herrlich! Ich werde wieder herausgefahren.

Ziemlich benommen klettere ich von der Liege. Am Ende war’s eine knappe halbe Stunde. Mein Zeitgefühl war also schon mal futsch. Ich torkele in den Wartebereich. Ich denke mir: „Nie wieder!“

Und dann steht da ein Kinderwagen, in dem ein kleines Mädchen sitzt und mich anlächelt als wäre nix gewesen und meine Welt ist wieder in Ordnung.

Reisende Klänge auf Schienen

Das hier geschilderte Erlebnis wurde mir kürzlich von einem Blogleser zugesandt:

Sie stieg in den Zug und wusste, jetzt war sie wieder allein für unbestimmte Zeit. Sie hatte schon vorher Mühe, sich nichts anmerken zu lassen, doch jetzt war es noch schlimmer. Hinter sich im Zug nahm sie Musik wahr. Hörte zu. Wehmütig und zugleich beruhigend erklangen die Instrumente. So tröpfelte langsam wieder Hoffnung in ihr Herz.

Nach nur wenigen Stationen stieg die Truppe aus und sie blieb zurück. In ihrem Herzen klang die Musik noch nach, während die untergehende Sonne langsam ihre Bahn zog, auch als sie längst im nächsten Zug saß und wieder mit dem Abschiedsschmerz kämpfte.

Sie hätte fragen sollen. Fragen, woher sie kamen, wie sie hießen. Aber sie hatte sich nicht getraut. Und so würden die wunderbaren Klänge immer nur ein Hauch Erinnerung bleiben.

Manchmal können eben auch die kleinen Dinge des Lebens alles ein wenig heller machen. Vielen Dank für diese Zeilen an L. E.

Star Wars – Das Erwachen der Macht

Sogar ich, die ich eigentlich inzwischen nur noch alle Jubeljahre mal ins Kino komme, habe Star Wars -Das Erwachen der Macht gesehen.

Die meisten, die den neuen Star-Wars-Film sehen wollten, werden ihn sicher schon gesehen haben, sollte aber jemand diesen Text lesen, der ihn noch sehen will, dann möge er sich bitte darüber im Klaren sein, dass ich gleich vielleicht zu viel vom Inhalt verraten könnte.

Ich versuche mich nun mal, nach einem Abstand von zwei Wochen, an einem Urteil, wobei ich aber dazu sagen muss, dass ich nie ein eingefleischter Star-Wars-Fan war (ich gehöre zur Star-Trek-Fraktion), aber dennoch alle bisherigen Filme gesehen habe. Noch eines vorweg: ich habe den Film in 2D gesehen, da ich es nicht eingesehen habe, für etwas, das mir sowieso kaum etwas bringt, mehr Geld auszugeben.

Wie schon andernorts zu lesen ist, wenn man nicht großartig nachdenkt, ist der Film ganz ok. Es hat bei mir allerdings nur wenige Minuten gedauert, bis mir klar war, warum dem Film Retrofeeling nachgesagt wird. Der Anfang auf dem Wüstenplaneten wirkte auf mich wie eine Wiederholung. Als ich dann am Ende aus dem Kino kam, habe ich mich gefragt, wieso der Film bereits nach wenigen Tagen so hohe Einspielergebnisse geliefert hat. Der Film war zwar gut, aber doch nix Besonderes.

Die Story um Finn fand ich gut, der Teil hat mich wirklich überrascht, aber insgesamt hat mich die Geschichte doch etwas verwirrt, ich hatte das Gefühl, nie vorher einen Star-Wars-Film gesehen zu haben.

Folgendes ging mir im Laufe des Films so durch den Kopf: „Erste Ordnung“? Hä? Wo kommt DIE denn plötzlich her? Wer ist der Typ in den schwarzen Klamotten, der da einfach alles abknallen lässt? Wieso braucht der eine Maske? Gollum, das ist der falsche Film, was machst du hier? Und dann, als der „schwarze Typ“ dann die Maske abnimmt: „John Snow!“ Ob das nun Einbildung war oder tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist, kann ich nicht wirklich sagen.

Die Szene zwischen ihm und Han Solo schließlich fand ich so vorhersehbar wie selten eine. Er tut so, als würde er sich auf seinen Vater einlassen. Ja klar. Papa sagt „Komm nach Hause, es wird alles gut.“ und der von der dunklen Seite der Macht zerfressene sagt sofort Ja und Amen? Dass das nach hinten losgehen würde war einfach ZU deutlich.

Han Solo wiederzusehen hatte übrigens schon was. Allerdings ging mir irgendwie alles zu schnell und der Plan, die Superwaffe zu zerstören wurde, wenn man bedenkt, dass Han Solo ja wohl nicht mehr viel mit dem Widerstand zu tun hatte und Finn niemand kannte und er genauso gut ein Spion hätte sein können, viel zu schnell ohne Bedenken angenommen.

Der Schluss schließlich hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen. Rey findet Luke schließlich und dann? Kein Wort? Keine Erklärung? Er scheint sich nicht einmal darüber zu wundern, dass man und wer ausgerechnet ihn gefunden hat. Zu viele offene Fragen bleiben.

Mein Fazit am Ende: ich bin mit keinen großartigen Erwartungen ins Kino gegangen und konnte darum auch nicht wirklich enttäuscht werden. Der Film ist gute Unterhaltung, aber ich habe die Gespräche mit Yoda, die den anderen Filmen immer einen Hauch von Weisheit und Philosophie gegeben haben, vermisst.

Frohe Weihnachten!

So, liebe Leute, stelle ich mir Weihnachten vor. :D Diesem Gedicht habe ich nichts hinzuzufügen, außer:

Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten mit ganz viel Asado, Gans, Ente, Kaninchen, oder was auch immer Ihr bevorzugt, und alles Gute und ganz viel Gesundheit fürs neue Jahr!

Ach ja: und räumt die Kekse auf, sonst sind die nächste Weihnachten noch da! :D

Meine Welt – die Wälzer

Nachdem ich vor einiger Zeit diesen Artikel von Johannes Freudendahl las, in dem er von den Wälzern erzählt, die er bisher gelesen hat, kam ich ins Grübeln. Zuerst wollte ich nur mit einem Kommentar antworten, doch wenn ich erst einmal anfange, über dicke Bücher zu reden, höre ich wohl so schnell nicht wieder auf.

Sofort beim Lesen begann ich, über all die Wälzer nachzudenken, die ich je gelesen habe, denn ich habe erst vor wenigen Jahren angefangen, eine Liste meiner gelesenen Bücher zu führen. Nur die Seitenzahlen habe ich nie notiert. Wie viele Seiten mag ich wohl schon gelesen haben? Ich bin praktisch mit Büchern aufgewachsen. Eines meiner ersten Bücher habe ich mir so lange vorlesen lassen, bis ich es auswendig aufsagen konnte. Und ich liebe Serien, zum Leidwesen meiner Bücherregale. Früher waren das die Pucki-Bücher von Magda Trott (die übrigens auch heute noch in meinem Regal stehen), Bummi, Hanni und Nanni, Dolly, diverse Schneider-Bücher und mit der Zeit wurden die irgendwie immer dicker.

Infizierte Leseratte

Eines der ersten dicken Bücher, an die ich mich noch erinnere, war „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden. In dem Buch waren auch die drei Fortsetzungen anderer Autoren enthalten, so dass der Wälzer etwa 450 Seiten gehabt haben dürfte. Für eine Elfjährige war das ganz schön dick. Ich fand das Buch in einem alten Wohnzimmerschrank der möblierten Mietwohnung, in der ich mit meiner Familie ein paar Monate in den 80ern hier in Deutschland gewohnt habe. Leider konnte ich das Buch nicht zu Ende lesen, da wir nach Paraguay zurückkehrten und da das Buch nicht mir gehörte, musste es hier bleiben. Ich hoffe, ich komme irgendwann noch einmal dazu.

Seitdem wurden meine Bücher immer dicker und die Faszination dicker Bücher hat mich nie wieder losgelassen. Ich liebe es, für längere Zeit in die verschiedenen Welten einzutauchen, je dicker ein Buch ist, umso länger habe ich etwas davon und bin selbst dann, wenn ich aus Zeitgründen mal ein paar Wochen oder sogar über einen Monat für ein Buch gebraucht habe, traurig, wenn es dann doch zu Ende ist.

Wälzer? Aber sicher!

Die Harry-Potter-Bücher sind sicher so ziemlich jedem ein Begriff. Waren die ersten noch harmlos, was die Dicke angeht, brachte es „Der Orden des Phoenix“ immerhin auf 1024 Seiten, während die letzten Bände auf 600 bis 800 Seiten kamen.

Ich lese gerne Stephen-King-Romane, von denen sehr viele nahe an oder über 1000 Seiten haben („Wahn“: 896 Seiten, „Der Anschlag“: 1072 Seiten, „Die Arena“: 1296 Seiten, „The Stand – Das letzte Gefecht“: sogar 1728 Seiten, um nur ein paar zu nennen) und ganz viele im Bereich von 500-800 Seiten.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Serien liebe? Nun also: auch unter den älteren Star Trek-Romanen findet sich so manches dicke Buch, z. B. „Die erste Direktive“: 506 Seiten.

Und dann sind da noch der „Osten-Ard-Zyklus“ und „Otherland“ von Tad Williams. „Osten Ard“ ist eine wunderschöne Fantasysaga um 3 magische Schwerter und eine unerbittliche Feindschaft, wo man gut daran tut, alle 4 Bände dazuhaben, wenn man einmal anfängt zu lesen. Es ist eine dieser Welten, die einen sofort verschlingt. Alle 4 Bände umfassen insgesamt etwa 3616 Seiten.

„Otherland“ ist eine Mischung aus Fantasy und SF. Die Serie besteht aus 4 Bänden, die eindrucksvoll aufzeigen, was geschieht, wenn Menschen die virtuelle nicht mehr von der eigentlichen Realität unterscheiden können und die Macht von demjenigen, der diese virtuellen Welten beherrscht, missbraucht wird. Es ist nicht immer einfach, sich in diesen fiktiven Welten zurechtzufinden, aber es lohnt sich! Band 1 „Stadt der goldenen Schatten“, Band 2 „Fluss aus blauem Feuer“, Band 3 „Berg aus schwarzem Glas“ und Band 4 „Meer des silbernen Lichts“ kommen zusammen auf 3594 Seiten.

Ein weiterer, allseits bekannter Wälzer ist natürlich „Der Herr der Ringe“. Ich habe „Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ als einen Band gelesen, der auf 1177 Seiten kommt.

Was ist in meiner Erinnerung noch hängengeblieben? „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell mit 1120 Seiten, „Shōgun“ von James Clavell mit 918 Seiten, „Musashi“ von Eiji Yoshikawa mit 1181 Seiten, „1Q84“ von Haruki Murakami mit 1024 Seiten, „Der Schwarm“ mit 987 Seiten und „Breaking News“ mit 976 Seiten von Frank Schätzing, „Die Nebel von Avalon“ mit 1117 Seiten und auch alle Fortsetzungsromane sind sehr zu empfehlen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen natürlich die Eragon Bände, Band 3 und Band 4 lagen auch schon fast bei 1000 Seiten. Und ja natürlich: auch ich habe alle Bände „Das Lied aus Eis und Feuer“ verschlungen.

Dünn kann sie nicht

Bestimmt habe ich jetzt das ein oder andere vergessen. Der Seitendurchschnitt meiner Bücher dürfte so bei 600 Seiten liegen, mal mehr, mal etwas weniger. Tatsache ist: dicke Wälzer haben mich noch nie abgeschreckt. Im Gegenteil: jemand hat mal gesagt, ich könne gar nicht dünn. Denn wenn ich ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen in Buchhandlungen umherstreife, dann sind es grundsätzlich die richtig dicken Wälzer, die mich magisch anziehen. Nicht selten ist es dann auch noch ein Buch einer Serie. Und schon bin ich wieder drin in einer dieser anderen Welten.

Aber wer jetzt glaubt, ich lese nie dünne Bücher, der irrt sich gewaltig. Doch, natürlich haben auch dünne Bücher einen Platz in meinem Regal, aber sie sind so etwas wie… ein Happen zwischendurch. Der Beweis ist „Die Insel des Magiers“ von Tad Williams oder „Der Hahn ist tot“ von Ingrid Noll.

Gibt es Bücher, die mehr als 1700 Seiten haben? Bestimmt. Her damit! :) Tipps nehm ich in den Kommentaren gerne entgegen, wobei in meiner Will-ich-noch-lesen-Liste noch jede Menge dicker Wälzer drin sind.

Winterweisheit

Wenn du träumst, dann pass gut auf deine Träume auf und vergiss nie, wie schnell sie in klirrendem Eis gefangen zerbrechen, wenn die Realität dich wieder eingeholt hat.

Floskelwolken am Internethimmel

In diesen Tagen macht im Netz die Floskelwolke die Runde, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Nun, ohne Zweifel ist es durchaus interessant, was dort ausgegraben wird und bei einigem mag man ihnen ja sogar Recht geben. Doch andere Floskeln, wie z. B. „Menschen evakuieren“, „Datendiebstahl“ oder „Grünes Licht“ wurden völlig zu Recht von Fehler-Haft.de als durchaus legitime Redewendungen entlarvt. Und so entsteht zur Zeit eine sehr unterhaltsame und nachdenklich machende Diskussion zum Thema Floskeln auf Twitter unter dem Hashtag #floskelwolke.

Doch ist es wirklich so dramatisch, wenn davon die Rede ist, dass ein Ereignis Tote gefordert hat und Menschen evakuiert werden mussten? Sollte der Journalismus sich nicht lieber mal damit beschäftigen, wahre Geschichten zu erzählen, statt versehentlich in den Fokus der Öffentlichkeit geratene Menschen mit ihren halbwahren, aufgebauschten reißerischen Artikeln zu verheizen und dann auch noch so viele Rechtschreibfehler hineinzupacken, dass man manchmal beim Lesen wirklich ins Stocken gerät? Mal davon abgesehen, dass nüchterne Texte ohne jegliche Floskeln nicht mehr als reine Information wären und damit kaum jemand behalten würde, was er da liest.

Floskeln bereichern die Sprache und sind ganz sicher nicht mehr wegzudenken, egal aus welchem Bereich. Die Sprache aber ist im Wandel, in 100 Jahren wird wohl niemand mehr die Floskeln von heute verstehen. Diejenigen Floskeln, die eine übertragene Bedeutung darstellen, sind außerdem vielfältig deutbar, man kann gewissermaßen mit ihnen „spielen“. Was wäre die Sprache ohne diese Möglichkeit? Hinzu kommen die Redewendungen und Floskeln, die aus anderen Sprachen eingedeutscht werden, die sicher nicht immer optimale Übersetzungen sind, sich aber in der Umgangssprache etabliert haben.

Nicht umsonst ist es Schreibenden so leicht möglich, Missverständnisse zu schaffen, weil Sprache nun einmal auslegbar ist und es oft keine Rolle spielt, wie etwas gemeint war, sondern wie es beim Leser ankommt.

Träume wie Glas

Träume sind wie leicht zerbrechliches Glas. Denn ist es zerbrochen, kann es nicht wieder zusammengesetzt werden und so ist das Leben voller Scherben, die im Sonnenlicht funkeln. Das Funkeln ist der leise Hauch der Hoffnung, der zurückbleibt. Doch der Funke erlischt, wenn es Nacht wird.

Star Trek im Dunkeln

Nachdem ich die ersten Reaktionen auf Star Trek Into Darkness gelesen hatte, hatte ich schon keinerlei Erwartungen mehr an den Film. Die Einen haben ihn hochgelobt, die Anderen in Grund und Boden gestampft. Gerade diese kontroversen Kritiken über den Film haben mich trotz aller Skepsis neugierig genug gemacht.

Kurz gesagt: Der Film ist ein guter Actionfilm, aber ein schrecklicher Star-Trek-Film. In den zwei Stunden habe ich vielleicht ein oder zwei Momente gesehen, die noch an den Geist von Star Trek erinnern. Da jeder, der den Film sehen wollte, ihn bereits gesehen haben dürfte, sollte es niemanden stören, wenn ich ein wenig spoilere, denn ohne ist meine Kritik nur schwer möglich.

Ich fange mal mit Khan an. Mag Benedict Cumberbatch auch ein noch so guter Schauspieler sein, er kommt nicht einmal ansatzweise an das Charisma von Ricardo Montalban heran, mal davon abgesehen, dass Khans Charakter etwas anders dargestellt wird, als es im Original der Fall war. Dann: Ein Admiral der Sternenflotte gibt den Befehl, einen Attentäter mal eben umbringen zu lassen, statt ihn gefangenzunehmen, um ihn auf der Erde vor Gericht zu stellen, und das wird von Kirk nicht hinterfragt? Scotty wird außerdem regelrecht aggressiv statt nur brummig dargestellt.

Ich hatte vorher vieles über den Film gesehen, aber als ich dann sah, wie der kühle, logische, zurückhaltende Mr. Spock Khan nach Strich und Faden vermöbelt, war ich entsetzt. Das. Geht. Gar. Nicht. Mal völlig davon abgesehen, dass sie die Ereignisse an einigen Stellen doch etwas durcheinandergebracht haben und nicht alles kann man mit der neuen Zeitlinie erklären. Ich könnte noch lange so weitermachen, aber ich will es hiermit bewenden lassen.

Mein Fazit

Ich hab schon den ersten neuen Star Trek mit sehr gemischten Gefühlen toleriert und hätten sie da weitergemacht, wo der Teil aufgehört hat, hätte ich es vielleicht sogar als alternative Zeitlinie akzeptieren können, auch wenn ich schon allein die Beziehung zwischen Uhura und Spock unmöglich fand. Das einzig Positive war, dass Kirk sich doch noch von Spock überzeugen ließ, Khan mitzunehmen und vor Gericht zu stellen und die Szene wo Kirk scheinbar stirbt.

Ich kann verstehen, dass die junge Generation diesen Film toll findet. Es mag ein neues Star Trek sein, zu dem ich keinen Zugang mehr habe, darüber will ich nicht urteilen und natürlich sind alle meine Aussagen rein subjektiv, ich bin mit der Classic-Serie aufgewachsen und darauf gründet sich auch mein Urteil. Aber, das ist nicht mehr mein Star Trek. Mein Star Trek ist vorbei, für immer, schade drum. Ich werde mir den nächsten Film, der sicher kommen wird, aus reiner Neugier ansehen, aber ich werde nicht mehr mit der Erwartung darangehen, einen Star-Trek-Film zu sehen.

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